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Rose Book
Schon bei ihrem ersten Auftritt auf der Bühne des Hamburger Opernhauses - am 8. Oktober 1932 in Ariadne auf Naxos - wurde sie vom örtlichen Naziblatt so begrüßt: "Rose Book (Zerbinetta), die wir als deutsche Künstlerin ablehnen müssen, was uns nicht hindert, ihr zu bestätigen, daß sie über eine technisch gut durchgebildete und umfangreiche, wenn auch tonlich nicht gerade letztgradig befriedigende Stimme verfügt." (Hamburger Tageblatt, 10. Oktober 1932.) Der Verfasser dieser Kritik, Heinz Fuhrmann, beließ es nicht bei einem Artikel. Er wandte sich in einem Brief vom 14. März 1933 an seinen Parteikollegen Dr. Walter Raeke, Mitglied im Aufsichtsrat der Oper, und forderte, die brillante Sopranistin durch eine deutsche Künstlerin, Ingeborg Burmester, zu ersetzen. Die Pressionen wirkten. Raeke wandte sich sogleich brieflich an den Intendanten Heinrich Strohm: "Auch mir ist im übrigen bekannt, daß sich Frau Book des besonderen Wohlwollens von Herrn Ruch [des Verwaltungsdirektors] erfreut, obwohl sie nicht nur nach meiner Auffassung, sondern auch nach Auffassung sehr vieler Deutschen eine gewiß höchst virtuose, aber im übrigen eine schiache Jüdin mit ausgesprochen jüdischem Stimmklang und auch als Schauspielerin unerträglich ist." (Brief vom 14. März 1933.)
Rose Book, geboren am 20. August 1907 in Wien, studierte am Wiener Konservatorium bei Viktor Fuchs. Die ersten Stationen ihrer Laufbahn waren Nürnberg, Mainz und Breslau, bevor sie 1932/33 nach Hamburg verpflichtet wurde: für Partien wie Norina, Violetta, Lady Harriett in Martha und die Trapez-Koloraturrolle der Zerbinetta. Obwohl von Berufsverbot bedroht, unterstützte sie nach dem Machtantritt der Nazis die Aktivitäten ihrer bereits ausgeschlossenen Kollegen im Jüdischen Kulturbund. Am 31. Juli 1934 erhielt sie selbst die Kündigung.
Ihre Zuflucht zwischen 1934 und 1938 war das Deutsche Theater in Prag. Gastspiele führten sie nach Brünn und Wien. Im Oktober 1938 wurde auch ihr Vertrag in Prag - ebenfalls wegen ihrer jüdischen Herkunft - gekündigt. 1939 floh sie in die USA und begann ihre Tätigkeit für Exilanten-Organisationen wie den German-Jewish Club. An der Metropolitan Opera in New York sang sie 1941 als Rosa Bok die Königin der Nacht. Bei einer Aufführung von Nikolai Rimski-Korsakows Der goldene Hahn - geleitet von Sir Thomas Beecham - erlitt sie einen Schädelbruch und musste ihre Karriere lange unterbrechen. 1947 unternahm sie eine Tournee durch Frankreich, Italien, die Schweiz, Belgien und Skandinavien. Bis zu ihrem Tod 1995 lebte sie als Gesanglehrerin in New York. Aufnahmen der Sängerin sind nicht erhalten. Rezensionen deuten darauf hin, dass sie eine vorzügliche Sopranistin des lyrischen und des Koloraturfachs war.
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