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Delia ReinhardtMit Stuecken auf der CD vertreten
In einem Brief an den Bühnenbildner Emil Preetorius vom 6. Dezember 1949 erinnerte sich Thomas Mann an die "Goldische Delia", die ihn drei Jahrzehnte zuvor in München als Agathe und Elsa "mit allen Schauern der Romantik begnadet" hatte. Delia Reinhardt, geboren am 27. April 1892 in (Wuppertal-)Elberfeld, studierte in Wiesbaden zunächst bei Professor Strakosch, dann am Hoch'schen Konservatorium in Frankfurt bei Hedwig Schackow. 1913 debütierte sie in Breslau als Friedensbote in Rienzi, übernahm aber schon bald Partien wie Pamina und Agathe. Wegen der begeisterten Rezension eines Kritikers ließ Bruno Walter sie 1916 nach München holen, wo sie in den folgenden Jahren die lyrischen Partien des deutschen Fachs sang: Glucks Iphigenie, Mozarts Figaro-Gräfin, Webers Agathe, Wagners Elisabeth und Elsa, Strauss' Oktavian, Komponist und Kaiserin. Sie gab Liederabende mit Bruno Walter, dessen Partnerin sie auch im privaten Leben war. Mit Karl Erb und Alfred Jerger führte sie die "Gurre-Lieder" Arnold Schönbergs auf. An der Metropolitan Opera in New York sang sie 1923/24 in 24 Aufführungen 14 Rollen. Auch gehörte sie zu den Sängerinnen, die zwischen 1924 und 1929 bei den "Deutschen Wochen" in London gastierten. Denkwürdig waren die Aufführungen von Der Rosenkavalier, in denen sie neben Lotte Lehmann, Elisabeth Schumann und Richard Mayr auftrat. 1924 wurde sie Mitglied der Berliner Staatsoper. Unter Erich Kleiber, Richard Strauss, Wilhelm Furtwängler und George Szell sang sie die zentralen Rollen des jugendlich-dramatischen Fachs und in den Ur- bzw. Erstaufführungen von Schrekers Die singenden Teufel, Darius Milhauds Christophe Colombe und Schrekers Die Gezeichneten.

1933 wurde die weltweit bewunderte Sängerin, weil in zweiter Ehe mit dem jüdischen Dirigenten Georges Sébastian verheiratet, zur unerwünschten Person. Sie selber deutete in einer autobiografischen Skizze an, dass man ihr Avançen machte, die sie ablehnte. Sie konnte fortan nur noch Liederabende geben, viele davon mit dem Pianisten Michael Raucheisen. Allerdings wurde sie noch bis 1939 als Mitglied der Staatsoper geführt. 1943 brannte ihre Berliner Wohnung nach einem Bombenangriff aus, und sie fand Zuflucht in Garmisch. Nach dem Krieg lebte sie eine Zeit lang in der Schweiz, bevor sie 1948 dank der Hilfe Bruno Walters nach Kalifornien ging. Nach dem Tod des Dirigenten lebte sie bis zu ihrem Tod am 3. Oktober 1974 in der Schweiz.

Delia Reinhardts leuchtende Stimme entfaltete sich am schönsten in den lyrischen und empfindungstiefen Rollen von Mozart und des romantischen Repertoires - von Weber, Wagner und Strauss.

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