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Rose Pauly 
Rose Pauly wurde am 15. März 1894 in Prešov (Ostslowakei) geboren. Nach ihrem Studium in Wien bei Rosa Papier-Paumgartner debütierte sie in der Saison 1917/1918 in kleinen Rollen in Friedrich von Flotows Martha am Hamburger Stadttheater. Dort sang sie schon in ihrer ersten Saison die Titelpartie in Verdis Aida. In den zwanziger Jahren war sie als erste Sopranistin in Gera, Karlsruhe, Köln und Mannheim engagiert. An der Kölner Oper sang sie 1923 in der von Otto Klemperer geleiteten Erstaufführung von Leos Janáceks Katia Kabanowa die Titelpartie. An der Wiener Oper stellte sie sich 1923 als Sieglinde in Die Walküre vor. Von 1927 bis 1931 gehörte sie zum Ensemble der Berliner Krolloper, die unter der Leitung von Otto Klemperer zu einem Ort avantgardistischer Bühnenexperimente wurde. In der Eröffnungsvorstellung am 19. November 1927 sang sie die Titelpartie in Beethovens Fidelio, danach Partien wie Donna Anna, Carmen und Senta. Am 8. Juni 1929 gehörte sie zum Uraufführungsensemble von Paul Hindemiths Neues vom Tage, das für Hitler zum Synonym für "entartete Kunst" wurde. 1930/31 wirkte sie mit in den Uraufführungen von Karol Rathaus' Fremde Erde und Egon Wellesz' Bakchantinnen. Wellesz musste nach der Annexion Österreichs als Jude das Land verlassen. Auch bei ihren Gastspielen trat sie immer wieder in zeitgenössischen Opern auf: An der Wiener Staatsoper war sie 1930 die Marie in der Erstaufführung von Alban Bergs Wozzeck.
Rose Pauly war schon früh Hassobjekt der Nazis. Der Goebbel'sche Angriff z. B. titulierte sie am 16. Dezember 1930 als "wohl die gräulichste jüd. Sängerin Berlins", die mit ihren Tönen "die Ohren der deutschen Zuhörer" misshandele. 1933 gehörte sie zu den Ersten, die Auftrittsverbot erhielten. Sie fand für drei Jahre Zuflucht am Deutschen Theater in Prag, trat aber auch an der Staatsoper in Wien, in Graz und bei den Salzburger Festspielen auf. Gastspielreisen führten sie an alle großen Bühnen Europas. 1937 kam sie während einer Tournee durch Süd- und Nordamerika nach New York. Bei einer konzertanten Aufführung von Richard Strauss' Elektra mit dem New York Philharmonic Orchestra sang sie die Titelpartie und wurde daraufhin an die Metropolitan Opera verpflichtet. Hier stand sie in Opern von Strauss' und Wagner auf der Bühne. Wegen eines schweren Sturzes musste sie 1942 ihre Laufbahn beenden. Sie ging mit ihrem Mann nach Palästina und unterrichtete in Jerusalem Gesang. Zu ihren Schülerinnen gehörte Hilde Zadek. Seit 1946 lebte Rose Pauly in dem Dorf Kfar Schmarjahu, wo sie am 14. Dezember 1975 gestorben ist. Obwohl als eine der bedeutenden dramatischen Sopranistinnen geschätzt, hat sie nur wenige, derzeit nicht greifbare Aufnahmen hinterlassen.
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