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Fritz Busch
Der am 13. März 1890 in Siegen geborene Westfale entsprach vom Typ den Nazi-Vorstellungen vom "Arier", war aber, so sein Kollege Antal Dorati, "der am wenigsten deutsche unter den deutschen Dirigenten". 1906-1909 Dirigierstudien bei Fritz Steinbach in Köln. 1910-1912 Kurkapellmeister in Bad Pyrmont. Ab 1912 Musikdirektor in Aachen. Als Freiwilliger im Ersten Weltkrieg. 1918 Generalmusikdirektor an der Stuttgarter Oper. Dort dirigierte er 1921 die Uraufführungen von Hindemiths Mörder, Hoffnung der Frauen und Das Nusch-Nuschi. 1922 folgte der Ruf als GMD nach Dresden. Auch dort machte er mit spektakulären Uraufführungen von sich reden, darunter Strauss' Capriccio (1924), Busonis Doktor Faustus (1925), Hindemiths Cardillac (1926) und Strauss' Die ägyptische Helena (1928). 1924 hatte er die erste Bayreuther Nachkriegsvorstellung von Die Meistersinger von Nürnberg dirigiert. 1932 brachte er in Berlin mit Carl Ebert Verdis Ein Maskenball heraus - ein Großdatum der von ihm initiierten deutschen Verdi-Renaissance.

Fritz Busch war kein Freund der Nazis und erst recht nicht der sächsischen, die ihm seinen "Verkehr mit Juden", die Beschäftigung "jüdischer und ausländischer Sänger" und ein zu hohes Gehalt vorwarfen. Am 7. März 1933 besetzen rund 50 Angehörige des Kampfbundes für deutsche Kultur und der SA die Dresdner Oper. Der Schauspieler Alexis Posse, NS-Sympathisant, ergreift die Macht im Theater und erklärt Busch für abgesetzt. Busch dirigiert dennoch, weil so rasch kein Ersatz zu beschaffen ist, die Abendvorstellung und wird aus dem Theater gebrüllt. Der opportunistische Karl Böhm tritt die Nachfolge in Dresden an. Görings wiederholte Versuche, Busch mit einer wichtigen Position an Berlin zu binden, scheitern - an Intrigen anderer Nazigrößen und wohl auch am Widerstand des Umworbenen. Er wird, um Zeit zu gewinnen, zusammen mit Carl Ebert zu einem Gastspiel ans Teatro Colón nach Buenos Aires entsandt. Nach Europa zurückgekehrt, entschließt er sich 1934 zur Emigration nach Großbritannien. Er wird Leiter der neu gegründeten Glyndebourne Opera Company und sorgt mit Carl Ebert für viel gerühmte Aufführungen von Mozarts drei Da-Ponte-Opern - Sternstunden auch der Schallplatte. 1936 wird er argentinischer Staatsbürger, fünf Jahre später folgt er Erich Kleiber als Direktor des Teatro Colón. Seit 1945 arbeitet er vorwiegend an der Metropolitan Opera in New York. Am 14. September 1951 ist Fritz Busch in London gestorben. Im März 1990 hat die Dresdner Staatsoper ihn, einen der größten Mozart-, Verdi-, Wagner- und Strauss-Dirigenten, posthum zum Ehrenmitglied ernannt. Ein Lebensmotto des Aufrechten und Unbeugsamen: "Es ist noch wichtiger, sich anständig zu benehmen, als gute Musik zu machen."

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