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Leopold Sachse
"Wir hielten und halten es für einen unmöglichen Zustand, daß - Fähigkeiten hin, Fähigkeiten her - ein Jude eine deutsche Opernbühne leitet. Es ist folkloristisch und kulturpsychologisch von großem Interesse, einmal festzustellen, wie sich die deutsche Opernkultur in hebräischen Gehirnen spiegelt. Dazu hatten wir in Hamburg nun Gelegenheit genug, dafür sind genug Steuergelder zum Fenster hinausgeworfen worden. Bahn frei der deutschen Kunst!" (Hamburger Tageblatt, 16. Juni 1931.) - "Es war unerträglich; besser konnte nicht bewiesen werden, daß ein Jude nicht der geeignete Mann für Wagner ist." (Völkischer Beobachter, nach einer Tannhäuser-Inszenierung, 11./12. September 1932.)

Leopold Sachse wurde am 5. Januar 1880 in Berlin geboren. In Köln, Mailand und Wien zum Sänger, Schauspieler und Regisseur ausgebildet, debütierte er 1899 am Schiller-Theater in Berlin. 1904 folgte ein Engagement als Bassist in Straßburg, 1907 wurde er Intendant in Münster und von 1914 bis 1919 leitete er das Stadttheater in Halle. Schon früh zum Objekt antisemitischer Ressentiments geworden, wechselte er 1922 nach Hamburg und wurde Intendant des Stadttheaters, der Hamburger Oper. Aufgrund einer Kampagne der deutschnationalen und nationalsozialistischen Lokalpresse degradierte man ihn im Juli 1931 zum Oberspielleiter. Kaum an der Macht, vertrieben ihn die Nazis im März 1933 endgültig.

Leopold Sachse wird einer der Aktivsten des Jüdischen Kulturbundes in Hamburg und anderen deutschen Städten. 1935 flüchtet er nach Frankreich. Dort inszeniert er am Pariser Théâtre de la Gaité-Lyrique Franz Lehárs La Chanson de Bonheur. Noch im selben Jahr wird er vom General Manager der Metropolitan Opera nach New York berufen, mit dem Auftrag, dort vor allem Wagners Musik-Dramen zu inszenieren. Sachse stellt zwischen dem 18. und dem 30. Dezember 1935 vier Inszenierungen vor, wahrscheinlich Überarbeitungen aus seiner Hamburger Zeit: Die Walküre, Lohengrin, Tristan und Isolde sowie Hänsel und Gretel. 1937 informiert ihn das deutsche Generalkonsulat, dass seine Rückkehr nach Deutschland unerwünscht sei. Sein Privathaus in der Oberstraße wird zwangsverkauft, sein Vermögen von der Reichsbank konfisziert. Nach dem Krieg arbeitet Sachse an der Centre Opera in New York und unterrichtet an der dortigen Juilliard Music School und an der Academy of Vocal Arts in Philadelphia. Als führendes Mitglied der American Guild of Musical Artists beschafft er Musikinstrumente für die Hamburgische Staatsoper. Am 3. April 1961 stirbt Sachse in Engelwood Cliffs.

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