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Carl Ebert
Carl Ebert wurde am 20. Februar 1887 in Berlin geboren. Er hatte nach einer Banklehre auf der Schauspielschule von Max Reinhardt das Theaterhandwerk gelernt und gehörte von 1909 bis 1914 zu dessen Ensemble am Deutschen Theater Berlin. Danach wechselte er nach Frankfurt/Main, wo er nach dem Ersten Weltkrieg selbst eine Schauspielschule gründete. 1922 wurde er ans Staatliche Schauspielhaus Berlin berufen. Durch Erich Kleiber und den Komponisten Berthold Goldschmidt kam er mit dem Musiktheater in Berührung. Zwischen 1927 und 1931 war er Intendant in Darmstadt. Dann wurde er an die Städtische Oper Berlin berufen, wo er zusammen mit Caspar Neher und Fritz Busch die deutsche Verdi-Renaissance einleitete. Höhepunkte waren 1931/32 die spektakulär-modernen Inszenierungen von Macbeth und Ein Maskenball.

Nach der Uraufführung von Kurt Weills Die Bürgschaft galt den Nazis die Städtische Oper endgültig als Hort "entarteter Kunst" und der Sozialdemokrat Carl Ebert als "Kulturbolschewist". Im März 1933 besetzten Mitglieder des Kampfbundes für deutsche Kultur und ein SA-Kommando die Oper. Der von einer Reise zurückkehrende Intendant durfte das Haus nicht mehr betreten. Ebert wurde, weil politisch unzuverlässig, beurlaubt. Mit dem in Dresden entlassenen Fritz Busch wurde er, im Einvernehmen mit der Reichsregierung, zu einem Gastspiel ans Teatro Colón in Buenos Aires abgeschoben. Auf dem Programm: Fidelio, Die Meistersinger, Tristan und Isolde, Parsifal und Der Rosenkavalier. Der Kampfbund für deutsche Kultur empörte sich: "Da wir keinen Wert darauf legen, daß das Ausland einen verwässerten Internationalismus mit deutschem Künstlertum identifiziert, müssen wir verlangen, daß in Zukunft die deutsche Kunst im Ausland nur durch Künstler vertreten wird, die in ihrer Person und in ihrer Geisteshaltung das Siegel reinsten Deutschtums tragen." Gerade Fritz Busch, Carl Ebert und später Erich Kleiber aber war es zu verdanken, dass deutsche Musik in Südamerika fest verankert wurde.

1934 stieß Carl Ebert als Regisseur zu dem von Fritz Busch geleiteten Festival von Glyndebourne und trug dazu bei, dass daraus eine Institution wurde. 1936 ging er ins Exil in die Türkei, gründete dort die Staatsschule für Oper und Drama und wurde Leiter des Nationaltheaters. Es war nicht die letzte Station seiner, wie er es nannte, "Wanderung zwischen den Welten": 1948 wurde er amerikanischer Staatsbürger und gab sein Wissen an der Universität von Los Angeles weiter. 1954 übernahm der weltweit geschätzte Regisseur noch einmal die Intendanz der Städtischen Oper in Berlin - bis 1961. Am 14. Mai 1980 ist Carl Ebert in Santa Monica gestorben.

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