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Viktor Ullmann
Viktor Ullmann, am 1. Januar 1888 in Teschen (Österreich-Ungarn) als Sohn eines Wiener Offiziers geboren, studierte von Oktober 1918 bis Mai 1919 bei Arnold Schönberg und Eduard Steuermann in Wien. Schönberg empfahl den Hochbegabten an seinen Schwager Alexander von Zemlinsky, den damaligen Leiter des Neuen Deutschen Theaters in Prag. Ullmann wurde als dessen Assistent und als Kapellmeister engagiert. Seit 1923 wurden die ersten Arbeiten Ullmanns - "Sieben Lieder für Sopran und Klavier", die Schauspielmusik zu Klabunds Kreidekreis und die Opern Der Fremde, Der Sturz des Antichrist und Der zerbrochene Krug - aufgeführt. 1927 übernahm er die musikalische Leitung des Theaters von Aussig. Dort brachte er Kreneks Jonny spielt auf heraus - kurz nach der Leipziger Uraufführung. Da das Publikum solch "modernistische Zumutungen" nicht mochte, verließ er das Theater nach nur einer Saison und führte ein unruhiges Reiseleben zwischen der Tschechoslowakei, Deutschland und der Schweiz. In Zürich leitete er 1930/31 die Musik im Schauspielhaus. Beeindruckt von den Lehren Rudolf Steiners, arbeitete er von 1931 bis 1933 im Buchladen der Anthroposophischen Gesellschaft in Stuttgart.

Als der Buchladen 1933 geschlossen wurde, ging Viktor Ullmann nach Prag, arbeitete als Lehrer und Kritiker, hielt Kontakt zum Schönberg-Kreis und studierte von 1935 bis 1937 bei Alois Hába in der Abteilung für Viertelton-Musik. Nach dem gewaltsamen Ende der Tschechoslowakei im März 1939 versuchte Ullmann vergebens, mit seiner Familie ins Ausland zu entkommen. Es gelang nur, die beiden Kinder mit einem "Kindertransport" nach England zu retten. Am 8. September 1942 wurde er zusammen mit seiner Frau nach Theresienstadt gebracht, für die meisten Häftlinge nur die Übergangsstation für die Deportation in die Vernichtungslager. Er traf dort auf die Komponisten Hans Krása, Gideon Klein und Pavel Haas. Vom Arbeitsdienst befreit, organisierte er Musikveranstaltungen und schrieb 26 Kritiken, die einen tiefen Eindruck von der existenziellen Bedeutung der Musik in den Zeiten tiefer Nacht geben. Dass aus seinen letzten Jahren 33 (!) Werke, zum Teil nur fragmentarisch, erhalten sind, zeugt vom inneren Druck, unter dem er lebte und arbeitete: Drei Kinderchöre nach hebräischen Texten, Drei Frauenchöre nach jiddischen Texten, ein Zyklus unter dem Titel Der Mensch und sein Tag nach Gedichten von Hans G. Adler, die den Alltag im Lager schildern - endlich die Kammeroper für sieben Sänger und 13 Instrumentalisten Der Kaiser von Atlantis, geschrieben auf der Rückseite von Häftlingsformularen. Es ist eine unverhohlen antidiktatorische Parabel. Der Text stammte von dem in Auschwitz ermordeten Peter Kien. Am 16. Oktober 1944 wurde Viktor Ullmann nach Auschwitz überstellt und wenig später umgebracht. Seine Werke hatte er zuvor den Freunden übereignet.

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