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Richard TauberMit Stuecken auf der CD vertreten
"Richard Tauber wurde von der Judenpresse als angeblich ganz großer deutscher Sänger so lange gepriesen, bis es alle glaubten, die auf jeden Judenschwindel hereinfallen." (Der Stürmer am 17. April 1940.)

Richard Tauber wird am 16. Mai 1891 in Linz geboren. "Glaube mir, aus ihm wird niemals ein Sänger", schreibt der Wiener Bariton Leopold Demuth an Taubers Vater. Das sei "ein Zwirnsfaden, aber keine Stimme". Aus dem Stimmchen wurde einer der größten lyrischen Tenöre.

Zunächst Studium am Hoch'schen Konservatorium in Frankfurt als Dirigent, dann Ausbildung zum Sänger in Freiburg. 1913 Debüt in Chemnitz und Engagement an der Hofoper in Dresden. Tauber erarbeitet in wenigen Jahren 80 Opern-Partien. Beteiligt an der Uraufführung von Franz Schrekers Der ferne Klang und an der deutschen Erstaufführung von Puccinis Turandot. Von 1925 bis 1938 Mitglied der Wiener Staatsoper. Begegnung mit Franz Lehár, der Tauber durch die Uraufführung von Paganini am 30. Januar 1926 seine zweite Karriere verdankt. Der Tenor wird zum Massen-Idol: als Sou Chong, Zarewitsch, Paganini und als Goethe in Friederike. Die Ampeln werden auf Grün gestellt, wenn Tauber - Monokel im Auge, Seidenschal um den Hals - im offenen Wagen naht.

Anfang 1933 sang er noch den Titelsong von Lehárs Operette Schön ist die Welt. Am 9. März brüllte der Mob im Berliner Admiralspalast: "Juden runter von der Bühne." Tauber flüchtet nach Wien. Berlin wird er nie wiedersehen. Seine beiden Häuser werden beschlagnahmt, 1,2 Millionen Reichsmark auf seinem Konto eingefroren. Die Nazi-Presse höhnt über die "undeutsche Singart" des "mit echt jüdischem Kantorenschmalz behafteten Sängers". Ensemblemitglied der Wiener Staatsoper. Dann besetzen auch dort die "Lemuren und Halbdämonen" mit ihrem "Juda verrecke" das Land (Zuckmayer). Tauber flieht weiter nach London. Er macht regelmäßig Sendungen - Tauber Hours - nach Übersee, unterbrochen von hektischen Gastspielreisen. Schon an Lungenkrebs erkrankt, singt er am 27. September 1947 beim ersten Nachkriegsgastspiel der Wiener Staatsoper in London den Don Ottavio in Don Giovanni. Im Ensemble: Elisabeth Schwarzkopf, eine Mitläuferin der Nazis. Am 1. Oktober wird ihm ein Lungenflügel entfernt. Drei Monate später stirbt Richard Tauber an Lungenkrebs.

Rund 3000 seiner Aufnahmen sind erhalten. Richard Tauber wird weithin als der musikalischste lyrische Tenor des Jahrhunderts bewundert.

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