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Fritzi MassaryMit Stuecken auf der CD vertreten
"Sehe ich eine Person wie die Massary auf der Bühne, deren Geist, Beweglichkeit, Reichtum der Nuance dem Innersten meiner eigenen Natur entgegenkommt - und denke dann an die Opernsänger, so ist mir, wie wenn ich von einem Göttertisch, mit Ambrosia gedeckt, weggerissen würde zu einem schmutziggedeckten Wirtshaustisch mit dem übelsten Essen." (Hugo von Hofmannsthal in einem Brief vom 1. April 1923 an Richard Strauss.)

Fritzi Massary, geboren am 21. März 1882 in Wien, träumte den Jungmädchen-Traum einer Epoche: den vom Theater. Der Schauspielerin Lilli Palmer gestand sie später, dass sie "ein schlimmes Mädchen" war. Aber nur diese Mädchen kommen eben überallhin - und Fritzi kam weiter als alle anderen. Vom Sommertheater im Wiener Prater wurde sie an das Berliner Metropol-Theater engagiert, das für das Gesellschaftsleben so wichtig war wie die Bouffes Parisiens für die Welt von Jacques Offenbach. Bei ihrem Debüt am 29. Oktober 1904 in Victor Hollaenders Posse Die Herren vom Maxim sorgte sie mit dem Refrain "Im Liebesfalle, da sind sie alle ein bisschen tralala-la-la!" für Aufsehen. Ob die Männer im Publikum, die Kritiker oder ihre Kollegen - sie alle waren fortan ein "bisschen tralala". In den folgenden sieben Jahren eröffnete sie jede Saison mit einer neuen Revue oder Operette. Max Reinhardt holte sie 1911 zu den Münchner Festspielen. Dort traf sie auf den genialischen Schauspieler Max Pallenberg, ihren künftigen Lebensgefährten. In Uraufführungen der Operetten von Leo Fall und Jacques Offenbach - Der liebe Augustin, Die Kaiserin, Die Großherzogin von Gerolstein - verzauberte sie die Besucher des Neuen Theaters und des Metropol durch einen Stil, in dem unschuldige Naivität und erotische Fatalität ineinander aufgingen. Sie war eine Meisterin der Doppeldeutigkeiten. Bruno Walter, der sie 1926 bei einer Einstudierung der Fledermaus kennenlernte, fand "eine große Künstlerin, die in sich die Talente einer Diseuse à la Yvette Gilbert, den fabelhaften Instinkt für das Herausheben und das Fallenlassen einer Pointe, die geniale Fähigkeit, Stimmung zu verbreiten, mit dem Reiz einer pikanten Weiblichkeit" vereinte. Vergebens versuchte er, sie für die Rolle der Carmen zu begeistern. In ihrer letzten Berliner Premiere 1932 war sie "Eine Frau, die weiß, was sie will" - mit dem legendären Lied "Warum soll eine Frau kein Verhältnis haben?". Wenig später floh sie vor den Nazis nach Wien.

Nach dem Tod Max Pallenbergs wollte sie abtreten. Aber Noël Coward holte sie für sein Musical Play Operette noch einmal in England auf die Bühne - es war ihr letzter Triumph. In ihrem endgültigen Exilort Los Angeles, "einem Ort der großen Namen", war sie, wie ihre Biografin Carola Stern schrieb, "zu einer Namenlosen geworden". Am 30. Januar 1969 ist sie dort gestorben.

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