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Maria Hussa 
Das Geburtsdatum der Wiener Sopranistin Maria Hussa ist nicht gesichert: 7. Dezember 1893, 1894 oder 1896. Sie war vermutlich nicht jüdischer Herkunft, wurde aber durch Heirat mit ihrem jüdischen Gesanglehrer, dem Bassisten Senja Arnold Greve, zur Persona non grata.
Nach dem Studium in Wien debütierte sie 1917 an der Wiener Volksoper. Zwischen 1918 und 1921 sang sie an der Wiener Hof- bzw. Staatsoper. Über die Stationen Graz und Prag kam sie 1924 an die Berliner Staatsoper. 1926 wechselte sie ans Stadttheater Hamburg. Am 7. Oktober 1927 sang sie die Titelpartie in der Uraufführung von Korngolds Das Wunder der Heliane, am 18. November die Partie der Rautendelein in Ottorino Respighis Die Versunkene Glocke.
Bereits im Sommer 1932 trug sich Maria Hussa offenbar mit der Absicht, nach Wien zu wechseln. Das nazistische Hamburger Tageblatt unterstützte das mit der höhnischen Frage, warum sie "noch hier gehalten wird" (7. Juli 1932). Ob ihr, wie das Hamburger Tonkünstler-Lexikon behauptet, 1933 ein Auftrittsverbot erteilt wurde, ist nicht nachweisbar: 1933/34 hat sie noch in Dresden und Düsseldorf gesungen. Sicher ist nur, dass sie nach dem Machtantritt der Nazis - ab Sommer 1933 - nicht mehr zum Ensemble der Hamburger Oper gehörte.
Maria Hussa war damals, wie Gastspiele in Wien, bei den Festspielen in Zoppot, Barcelona, Brüssel und Amsterdam zeigen, eine viel gefragte Sängerin im jugendlich-dramatischen Fach. Im Zentrum ihres umfassenden Repertoires standen Wagners Elisabeth, Elsa, Sieglinde, Gutrune und Eva, Leonore in Fidelio, Salome, Chrysothemis, Ägyptische Helena, Marietta in Die tote Stadt und Myrtocle in Die toten Augen. 1934 sang sie zum ersten Mal in den USA - am neuen Opernhaus von San Francisco. Ob und wann sie ganz nach Wien wechselte, ist nicht sicher. Ab Mitte der 30er-Jahre bis zur Annexion Österreichs trat sie jedenfalls vermehrt in ihrer Heimatstadt auf, u. a. in der österreichischen Erstaufführung von Janáceks Die Sache Makropoulos. 1938 emigrierten sie und ihr Mann in die USA. An der Lyric Opera von Chicago war sie als Sieglinde in Die Walküre und als Marschallin in Der Rosenkavalier zu hören. Als Marschallin gab sie am 12. Juli 1940, in Vertretung für Lotte Lehmann, ihre einzige Aufführung an der New Yorker Metropolitan Opera. Bis zum Ende des Krieges arbeitete sie als Gesangpädagogin an der Sherwood Music School von Chicago. Als Vorsitzende des Reconstruction Committee of the Vienna Opera gehörte sie, zusammen mit ihrem Mann, zu den treibenden Kräften des kulturellen Neuanfangs in Wien. Maria Hussa starb am 19. April 1980 in Chicago.
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